Kinder werden frühzeitig an den Geschmack von Alkohol gewöhnt, denn in Süßigkeiten, Lebensmitteln und auch sogar Medikamenten, die manchmal ausdrücklich für diese Altersgruppe als geeignet bezeichnet werden, ist Alkohol enthalten. Manche Kinder sammeln ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol bei Familienfesten - es darf zur Feier des Tages ein halbes Gläschen Sekt getrunken werden. Für Kinder ist das der erste Schritt in die Erwachsenenwelt, denn die Erwachsenen zeigen es den Kindern vor, dass Alkohol zum Erwachsensein gehört. Die Wirkung des Alkohols bei Kindern unterscheidet sich von der bei Erwachsenen:
* Das kindliche Nervensystem reagiert empfindlicher - bereits ab 0,5 Promille Alkohol im Blut kann ein Kind bewusstlos werden. Bei Verdacht auf Alkoholvergiftung muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. * Je geringer das Körpergewicht des Kindes ist, umso mehr bewirkt die aufgenommene Alkoholmenge einen höheren Blutalkoholgehalt im Körper - sodass bereits kleine Mengen Alkohol tödlich sein können. * Beim Schulkind liegt der Gefahrenbereich bei 3 Gramm Alkohol je Kilogramm Körpergewicht, während beim Erwachsenen erst die doppelte Menge tötlich ist. * Bei kleinen Kindern fehlt das typische rauschhafte Anfangsstadium, vielmehr kann das Kind schlagartig in tiefe Betäubung fallen. * Häufiger Alkoholkonsum beeinträchtigt die seelische und körperliche Entwicklung der Kinder.
Es ist wichtig, dass die Kinder und Jugendliche mitbekommen, dass sie auch ohne
Alkohol Spaß haben können, oder, dass das Trinken sie weder reifer noch erwachsener macht.
Es gibt einige Prinzipien, die beziehungsfördernd und / oder vorbeugend auf Suchtverhalten und Gewaltbereitschaft bei Kindern und Jugendlichen wirken können:
* Es ist wichtig, dass Eltern eine gute Kommunikation mit ihrem Kind aufrechterhalten. Sie sollten sich zur Gewohnheit machen, jeden Tag mit ihrem Kind zu reden. Wenn Eltern und Kinder gewöhnt sind, miteinander zu reden, ist es viel wahrscheinlicher, dass die Kinder zu den Eltern gehen, wenn sie Schwierigkeiten haben. Eltern werden auch viel eher Stimmungsschwankungen erkennen und ansprechen können. Der tägliche Dialog ist eine mächtige Präventionsmaßnahme gegen psychische Krankheiten, Gewalt und Suchtverhalten.
* Interesse und Unterstützung der Aktivitäten des Kindes sind sehr wichtig. Eltern sollten ihre Kind ermutigen, sich in positiven und förderlichen Aktivitäten zu engagieren (Sport, Musik, Kunst). Das ist sehr verbindend und steigert das Selbstbewusstsein des Kindes. Kinder, die am Nachmittag einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen, sind weniger gefährdet als jene, die sich alleine zu Hause langweilen oder mit den Freunden regelmäßig nur "herumhängen".
* Eltern sollten früh und oft genug mit ihrem Kind über die richtigen Reaktionen reden, wenn ihrem Kind Alkohol oder Drogen angeboten werden sollten sowie über die Folgen von Alkohol- und Drogenkonsum.